“Nichts in der Welt ist
geschmeidiger und weicher als Wasser,
doch nichts kann besser als es
dem Festen und Harten zusetzen.-
Denn es läßt sich nicht wandeln.

Daß des Wasser das Massive besiegt,
daß das Weiche das Harte besiegt-
keiner auf der Welt, der das nicht wüßte,
und doch keiner, der es anzuwenden vermag.“

                                                           Lao Tze

 

 

Ich möchte mich und unseren Verband hier kurz vorstellen:
ich wurde 1964 geboren und bin über verschiedene Kampfsportarten (im wesendlichen seien hier Judo und Taekwondo genannt) zum Taijiquan gekommen. Nach einem kurzen Intermezzo im Yang-Stil wurde ich durch meinen Lehrer Frank Marquardt an Chen-Stil Taijiquan herangeführt.

Ich bin Mitglied der WCTAG seit 1999 und wurde ausgebildet in den Handformen: 19er, 38er, 1. Form lao jia yi lu (75er), 2. Form lao jia er lu (pao chui, 43er) beide im neuen und alter Rahmen, Wettkampfform, in den Waffenformen: Schwert, Doppelschwert, Säbel, Stock/Speer und Hellebarde, im Push Hands (Schiebende Hände) und im Chen-Stil-Qigong: Seidenübungen 1. und 2. Satz, Stehende Säule (Standmeditation) und Sitzmeditation.

Ich habe 2008 die Lehrerprüfung abgelegt und bin berechtigt, im Namen der WCTAG die 19er Form, 1. Form Laojia yilu, 2. Form Laojia Pauchui, 38er Form, und die Waffenformen Schwert, Säbel, Stock/Speer und Hellebarde, sowie Push Hands und alle Qigong-Übungen (Stand- und Sitzmeditation, Seidenübungen) zu unterrichten. Prüfungsvoraussetzung ist eine nachgewiesene Ausbildungszeit von 6 Jahren und 500 Stunden und eine fortlaufende jährliche Fortbildung von 30 Stunden. Dieses Ausbildungssystem ist vom Dachverband Taijiquan & Qigong Deutschland übernommen worden. Diese Ausbildung ist von vielen Krankenkassen anerkannt, die Kurse können somit dort abgerechnet werden.

Ausgebildet wurde und werde ich im einzelnen von:

 

Großmeister Chen Xiao Wang


Direkter Nachkomme der Taijiquan-Gründerfamilie in der 19. Generation, offizieller Hauptvertreter und Erbe der Chen-Taijiquan-Tradition in der Welt. Er gilt u.a. in der VR China offiziell als Staatsschatz und lebende Legende. Er ist Gründer der WCTA (World Chen Xiao Wang Tai Ji Association), dem größten Taijiquan-Verband der Welt.

 

Meister Jan Silberstorff

direkter Schüler von Chen Xiao Wang. Er absolvierte 1989 die staatl. Lehrerprüfung für Taijiquan in der VR China. Er wurde bekannt durch zahlreiche Turniersiege in Europa und der VR China, durch Publikationen in Presse und Fernsehen und hat
ein Buch über den Chen-Stil veröffentlicht. Er leitet eine Taiji-Schule in Hamburg und ist Gründer und Prüfungsorgan der deutschen Abteilung der WCTA (WCTAG), dem größten Taijiquan-Verband Europas.

 

Ausbilder Frank Marquardt

Schüler von Ausbilder Gerhard Milbrat, Meister Jan Silbersdorff und Großmeister Chen Xiao Wang. Er hat Wirtschaft und Sport studiert und seine Staatsarbeit auf wissenschaftliche Forschungen über Taijiquan aufgebaut. Er ist Privatschüler von
Jan Silberstorff und deswegen von Dortmund (wo er nach wie vor unterrichtet) nach Hamburg umgezogen.

 

Was ist Taijiquan ?

Taijiquan (auch Tai Chi Chuan geschrieben) ist eine alte chinesische Kampf- und Bewegungskunst. Sie dient der Kultivierung des Lebens, der Gesundheit, der
ganzheitlichen Entwicklung von Körper und Geist sowie der Selbstverteidigung. Sie ist meditativ und körperkräftigend, sie fördert die Entfaltung der inneren Energie, des Qi, und ist damit sowohl therapeutisch als auch kämpferisch einsetzbar. Dieses vor Jahrhunderten in der Familie Chen entstandene System macht sich
die Philosophie von Yin und Yang, deren Wandlungsphasen, sowie der Harmonisierung von Körper, Geist und Seele zunutze. So beschreibt Taiji den Menschen
zwischen Himmel und Erde und gibt ihm seinen Sinn (Dao). Es verbindet Bewegungen der Selbstverteidigung (Wushu) mit der Führung der inneren Energie
(Qigong) und gilt daher als »innere« Kampfkunst.
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Taijiquan auch an Interessierte außerhalb der Chen-Familie weitergegeben. Hieraus entwickelten sich verschiedene Stile,
insbesondere die der Familien Yang, Wu, Wü und Sun. Der Chen-Stil ist der Ursprung aller Taijiquan-Systeme und hat sich inzwischen auf der ganzen Welt
verbreitet. Die Bewegungen sind sanft und fließend, voller Ausdruck, Schönheit und Energie. Taijiquan geht in seiner Art weit über gewöhnliche Fitnessprogramme hinaus und kann durch seine essentielle Philosophie als wirklicher Lebensweg, aber auch einfach als Hobby beschritten werden. Sein gesundheitlicher Wert ist weltweit anerkannt, die Krankenkassen übernehmen teilweise die Unterrichtsgebühren. Als Kampfkunst folgt es den Überlieferungen traditionellen Übungsgutes, welches gerade heute in allen Situationen einsetzbar ist. Es ist der wohl am weitesten verbreitete Gongfu- (oder Kungfu) Stil
der Welt. Da an die Stelle von Muskelkraft innere Energie gesetzt wird, ist Taijiquan von Jung und Alt, Mann und Frau, Klein und Groß gleichermaßen erfolgreich einsetzbar.

Aus: Chen - Lebendiges Taijiquan im klassischen Stil, von Jan Silberstorff

 

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Stand: 21.11.08 07:19:39 +0100